Delahaye 107    

Dieses Prachtexemplar (Premier) steht in Indianapolis und ist ein Prototyp. Der gigantische Motor mit Königswellenantrieb und hemisphärischen Brennräumen, ist von den Abmessungen her ein Meisterwerk und seiner Zeit weit voraus. Das Motorensystem konnte sich wegen des offenen Kurbelgehäuses leider nicht durchsetzen. Diesem Rennwagen, hat unter anderem auch Barney Oldfield nachgejagt. Auf Pferderennbahnen wurden spannende, aber lebensgefährliche Zweikämpfe ausgetragen.

Das Projekt.

Schliesslich, nach über sechs Jahren suchen, fanden wir in Paris das geeignete Chassis. Ein Delahaye, Baujahr 1924.

Nun kann das Projekt gestartet werden. Das Öffnen des Luftgekühlten sechszylinders, entpuppt sich als eine Wundertüte. Wer ist den hier Zuhause? Eine Mausenfamilie hatte sich in der Oelwanne eingenistet!

Die Technik des Franklin 11-B Triebwerk aus dem Jahre 1927, ist für die Zeit sehr fortschritlich. Motorblock aus Aluminium, siebenfach gelagerte Kurbelwelle, Aluminium Pleuel und das alles druckgeschmiert mit Kolbenbodenkühlung.


Ausbau der Ventile.

Vorbeugende Sicherung des Ventiles bei Ventilfeder- oder Ventiltellerbruch.

Oelpumpe. Früher wurde oft Zeitungspapier als Dichtpapier verwendet. Gelegentlich sehe ich dies, jedoch vorwiegend an amerikanischen Fahrzeugen.

Getriebe. Gut zu erkennen, links die Bremstrommel für die Handbremse.

Das Vierganggetriebe wurde gut konserviert

und ist in erstaunlich gutem Zustand.

Sandgestrahlt und brüniert.

 
Der alte asbesthaltige Bremsbelag wird erneuert.

Mintex Gewebe - Bremsbeläge werden aufgenietet.

Ausmessen der Nockenwelle, zur Ermittlung der Steuerzeiten und des Ventilhubes.

Die Vorderachse wird revidiert. Neue Lagerbüchsen werden gedreht, eingepresst und schliessich eingerieben.

Die Ledermanschetten an Bremshebel sind an der Naht leider gerissen. Eine Reparatur des alten Leders ist nicht mehr möglich.

Mit neuer Ledermanschette.

Revidierte Vorderachse. Einbaufertig.

Über mir hängt das Sahnestück.

 
Eine Hinterachse aus dem Hause Piccard, Pictet. Diese Automarke fabrizierte in den 20er jahren Qualitative hochstehende Fahrzeuge in Genf. Leider haben nur sehr wenige Fahrzeuge "überlebt."

Auch die Hinterachse wird zerlegt, gereinigt, geprüft, frisch eingestellt und abgedichtet.

Wer hat sowas schon mal gesehen.
Ein Differentialgetriebe eines Piccard Pictet (Pic Pic) Schweizer Fabrikat und Fahrzeug. Ein Stück Heimat!


Die Bremsbacken sehen abenteuerlich aus. Da wurde geflickt, was das Zeug hält.

Diese Reparaturen sind uralt.

Rechts, der alte spröde Anschlagpuffer der vorderen Blattfedern.


Durch geschicktes bearbeiten auf der Drehbank, lässt sich dieser Gummipuffer eines 2CV einpassen.